Baramundi…

gab es bei uns leider nicht zum Abendbrot. Stattdessen aber exzellente Dorade. Aber der Reihe nach. Seit einiger Zeit schauen meine große Tochter und ich abends nach dem Abendessen und „Bettfertigmachen“ noch eine Dokumentation. Seit mittlerweile ein paar Wochen läuft allabendlich Malcom Douglas. Wenn Du jetzt nicht direkt weißt wer nochmal Malcom Douglas gewesen ist (das kann ich mir aber eigentlich nicht vorstellen 😉), dann sie dir Wikipedia und auch Youtube empfohlen…
Malcom Douglas ist einer der Helden meiner Kindheit. Furchtlos und unerschrocken ist er im australische Busch (so nennt man dort das Outback) unterwegs, jagt mit Aborigines, lernt deren Kultur kennen, fängt Krokodile, fährt mit seinem Auto kreuz und quer durch die Botanik, entdeckt wundervolle Orte… Mir macht es jedenfalls jeden Abend eine riesen Freude mit ihm eine dreiviertel Stunde in Australien einzutauchen.

Was hat es nun aber mit dem Baramundi auf sich? Der Baramundi ist ein ausgezeichneter Speisefisch (Zitat Molcom Douglas) der sich immer dort tummelt, wo in einem Fluss Süß- und Salzwasser zusammenfließt. In seinen Filmen zeigte uns Malcom Douglas unter anderem eine wirklich köstlich klingende Variante besagten Fisch zuzubereiten, meiner Großen und mir lief beim zuschauen förmlich das Wasser im Munde zusammen… Also beschlossen wir, das auch mal auszuprobieren.
Meine Frau wurde in die Spur geschickt, alles Nowendige zu erjagen / erangeln (so macht das jedenfalls Malcom Douglas). Ausgestattet mit Geld und einem fahrbare Untersatz brachte sie uns …Trommelwirbel… vier Doraden mit nach Hause – Baramundi war wohl im einschlägigen Fachhandel schon aus… 😉🙃

Wir machten uns sogleich ans Werk um (fast) wie Malcom Douglas den frisch geangelten – ähhh gekauften – Fisch zuzubereiten. Malcom Douglas bereitet eigentlich alles, was er bei seinen Abenteuern erlegt, entweder im offenen Feuer oder im Sand zugedeckt mit Glut zu (das wäre dann wohl wie im Backofen). Zunächst galt es also ein Feuer zu schüren – eine unserer leichteren Übungen. Vorher mussten wir aber sicherstellen, dass nachdem das Feuer runtergebrannt ist, auch ausreichend heißer Sand zur Verfügung stehen würde. Kurzerhand entwendeten wir zu diesem Zwecke eine halbe Schubkarre Sand aus dem Sandkasten der Kids. Wer jetzt sagt, das sei ja irgendwie gemein, dem seien an dieser Stelle in aller Kürze die Dimensionen unseres Sandkastens vorgestellt: Länge x Breite x Tiefe – 7,50m x 3,50 m x 0,35 m. In diesem Sandkasten ist eine ganze LKW-Ladung Sand verschwunden, Die Kids werden also die halbe Schubkarre, die jetzt unsere Feuerstelle bereichert, auf keinen Fall vermissen…
Ratz fatz brannte ein ganz ordenltiches Lagerfeuer in unserer Feuerstelle im Garten. Das Holz dazu mussten wir zugegebenermaßen nicht wie Malcom Douglas mühevoll zusammensuchen, sondern lediglich aus unserem Holzlager zur Feuerstelle schaffen. Nun galt es abzuwarten bis das Feuer runtergebrannt und ausreichend Glut vorhanden sein würde.

In der Zwischenzeit bereiteten wir den Fisch anhand der präzisen Anweisungen von Malcom Douglas zu:

  • Alufolie ausbreiten (auf keinen Fall mit sparen – sonst hat man später Sand im Fisch)
  • Fische drauf verteilen
  • eine Kimberly Zwiebel (kleingeschitten) drüber verteilen – in Ermangelung besagter Kimberly Zwiebel haben wir uns für eine Gemüsezweibel entschieden
  • Pfirsiche aus der Dose kleinschneiden und über und in dem Fisch verteilen
  • Kokosmilch drüber gießen
  • alles ordentlich mit der Alufolie verschließen

Das Feuer war nun heruntergebrannt und stilecht wie Malcom Douglas habe ich die Glut mit meinem Spaten beiseite gefegt, eine kleine Kuhle im Sand ausgeformt, unsere beiden Fischpakete hineingelegte und diese mit reichlich Glut (darf keine Flammen mehr schlagen – ganz wichtiger Hinweis von Malcom Douglas) zugedeckt. Nach kurzer Zeit haben wir mit vereinten Kräfte die beiden Pakete aus der heißen Glut geangelt und gespannt geöffnet.

Und was soll ich sagen? Es hat herrlich geschmeckt. Allen bis auf unserer Jüngsten. Die hat zwar die Fische mit in die Alufolie gepackt und auch gefüllt – nur essen wollte sie davon dann doch lieber nichts. (Machte nichts, wir dachten uns so etwas schon & für ein alternatives Kleinkindessen war gesorgt…)

Resumee 1:

Es lässt sich festhalten, dass präzisere Mengen- und Zeitangaben von Malcom Douglas uns das Leben erheblich vereinfacht hätten, ich muss aber zugeben, dass wir selten so viel Spaß bei der Zubereitung unseres Abendessens gehabt haben wie heute Abend.

Resumee 2:

Selbst meine Frau hat nach anfänglichem Zweifel, ob uns die Alufolie wohl ernsthaft schaden würde (so etwas gibt es sonst bei uns nie nie nie!!), eingesehen, dass dieses ursprüngliche Erlebnis & das lebendig machen des Abenteuers aus dem Filmmaterial von Malcom Douglas für ihre zwei Lieblingsmenschen etwas so Besonderes sein würde, dass das Ganze Erlebnis & die große Freude darüber diese Gesundheitsbedenken einer einmaligen Verwendung bei Weitem in den Schatten stellt…

Resumee 3:

Malcom Douglas fasziniert mich heute noch genauso wie vor mehr als 20 Jahren – und auch nicht nur mich, sondern auch unsere große Tochter. Nach dem „Buschessen“ heute umso mehr…

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