Die Ägypter wären stolz auf uns

Es begann alles Mitte des vergangenen Jahres. Ich darf also ein klein wenig ausholen… Der Vorbesitzer unseres Häuschens hat seinerzeit zwei Löcher in unseren Garten gegraben: ein Großes gedacht als Schwimmteich und ein Kleines gedacht als Klärteich für den Schwimmteich. Allein zur Umsetzung der Teichpläne kam es nicht. Wir haben also zwei Löcher in unserem Garten. Es stellte sich die Frage, was macht man, mit den beiden Löchern,
Das Kleine wuchs in der Zeit, die wir zum Überlegen brauchten, immer weiter zu – mit Birken, Espen, Fichten und Lupinen. Wir entschlossen uns dann (Mitte letzten Jahres) dazu, den aufwaschenden Wald zu beseitigen und eine herrlich bunte Blumenwiese anzusähen… Die Umsetzung wurde dann aber im letzten Herbst nichts mehr (wäre auch wirklich ein bisschen spät geworden für die Ansaat einer Blumenwiese).
Ich habe (als der Schnee dann endgültig weg gewesen ist) die Bäume samt Wurzen rausgerissen und die letzen Tage alles einmal umgegraben – Grasnabe weg und Steine raus,,,

Nachdem das alles geschafft war, überlegten Lia und ich, dass wir ja irgendeine Begrenzung zwischen der Blumenwiese und dem Garten schaffen müssten… Genug Steine hatte ich bei meiner Umgrabeaktion ausgebuddelt und unser Vorbesitzer war so gut und hatte (gedacht als Begrenzung für seinen Schwimmteich) schonmal ein paar größere Steine abgekippt. Also eine Natursteinmauer. Mein Naturschützerherz erfreute das natürlich sehr, Erst eine gebeitsheimische Wildblumenwiese für die ganzen Insekten und jetzt noch eine Natursteinmauer als Rückzugsort und Versteck für eine ganze Reihe von Tieren.
Zusammen mit meiner großen Tochter suchten wir einen der Steine raus, die unser Vorbesitzer abgeladen hatte als Anfang der Mauer.
Hierzu ein kurzer Exkurs in die Physik:
Bei einer Kantenlänge von 0,7 m x 0.4 m x 0,3 m ergbt sich bei einer angenomen Dichte des Gesteins von ungefähr 2.5 t/m³ ein ungefähres Gewicht des Brockens von über 200 kg. Aber der Stein passte von der Form her so wunderbar an die Stelle, an die er sollte. Problem an der ganzen Sache: zwischen der Stelle, an der unser Vorbesitzer ihn ablagerte und dem neuen Bestimmungsort lagen so ungefähr 25 Meter.
So rückwirkend betrachtet (geduscht, gegessen und mit einem Glas Wein neben mir) hätte ich zu meiner Großen einfach sagen sollen: „Sorry Schnecke, aber den kriegen wir niemals bis dort hoch“. Aber der Stein würde wirklich gut an die Stelle passen. Und mal ehrlich: als ich dann das erste mal dran gewackelt habe fühlte es sich auch nicht nach einer viertel Tonne an. Der erste Versuch mit der Sackkarre (so hatten wir von gleicher Stelle schon die Steine für unseren etwas überdimensionierten Sandkasten abtransportiert – aber dazu ein andernmal mehr) schlug leider fehl – das war der Moment, wo mir dämmerte, dass das eine fürchterliche Plackerei werden würde, Aber der Stein würde so gut passen,
Was nun? Aufgeben stand nicht zur Debatte – denn wie Du sicherlich mittlerweile mitbekommen hast, würde der Stein wirklich gut passen,,,
Ihn immer über eine Kante kippen und so vorwärts kommen probierte ich als nächste aus – Kommentar meiner großen Tochter dazu nach fünf Minuten vergeblichen versuchen: „Papa, ich denk so wird das nichts!!“
Das war der Moment wo mir die letzten Homescooling-„Sitzungen“ mit unseren Freunden wieder in den Sinn kamen – Thema war Ägypten. Die Ägypter hatte auch riesige Steine bewegen müssen, um die Pyramiden bauen zu können. Meine Große und ich suchten uns ein paar Rundhölzer und ich wuchtete den bestimmt 300 kg schweren Stein auf die Hölzer. Rundholz für Rundholz arbeiteten wir uns bergauf bis zu der Stelle, wo der Stein so herrlich perfekt passen würde.

Jetzt musste der Stein nur noch als Anfangsstein in die Mauer eingebaut werden. Mit mittlerweile etwas langen Armen bugsierten meine große Tochter und ich mit letzer Kraft und vollem Körpereinsatz den Stein an seinen Bestimmungsort. Und was soll ich sagen?

Der Stein passt herrlich an die Stelle. Sieh selbst:

Die Ägypter hätten an diesem Schauspiel bestimmt ihre Freude gehabt, Ich glaube aber, dass die sich in der heutigen Zeit für solche Arbeiten einen Bagger ausgeliehen hätten,
Jetzt freue ich mich auf einen entspannten Abend und werde mal ausprobieren, was das neue Sport Go Zeugs (von Ringana) gegen den sich anbahnenden Muskelkater ausrichten kann,

Danke fürs lesen

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